Supplementary Material for: Oxytocin in der Verhaltenstherapie: Förderung der Akzeptanz von Körperkontakt zwischen Mutter und Kindern durch Einsatz von Oxytocin - eine Fallvignette

2014-10-02T00:00:00Z (GMT) by Egert S.
<b><i>Hintergrund: </i></b>Der folgende Fallbericht beschreibt die Oxytocinbehandlung einer traumatisierten Patientin, die darunter litt, keinen Körperkontakt mit ihren Kindern zu tolerieren. Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Traumatherapie blieb die Intoleranz für Körperkontakt weiterhin bestehen. <b><i>Fallbericht: </i></b>Das Oxytocin wurde eingesetzt, um die Akzeptanz von Körperkontakt bei der Mutter zu unterstützen und einen Löschungs- und Gegenkonditionierungsprozess zu initiieren, der zusätzlich durch die Kinder positiv verstärkt würde. Die Hypothese war, dass die Intoleranz für Körperkontakt nicht mehr traumabezogen war, sondern ein Rest, der auf der Basis klassischer Konditionierung weiterbestand, ohne irgendeine aktuelle Funktion. Der Effekt des Oxytocins trat fast sofort nach Anwendung ein und steigerte die Toleranz für Körperkontakt von 10 s (vor der Intervention) auf eine Stunde und mehr (mit Oxytocin). Die Patientin beschrieb den Effekt als angenehm und entspannend. Nach 3 Wochen wurde der Einsatz von Oxytocin beendet, und wie vorausgesagt steigerte sich die Akzeptanz von Körperkontakt kontinuierlich weiter und blieb mindestens 22 Monate stabil. <b><i>Schlussfolgerungen: </i></b>Dies zeigt, dass der Einsatz von Oxytocin die Mutter-Kind-Interaktion schnell und nachhaltig verbessern kann. Weitere Studien sollten untersuchen, ob der Einsatz von Oxytocin eine effektive Möglichkeit sein könnte, physischem Missbrauch von Kindern vorzubeugen und die Eltern-Kind-Beziehung zu verbessern.