Supplementary Material for: Interpersonelle Psychotherapie bei Essstörungen: Eine systematische und praxisorientierte Übersicht

2012-08-03T00:00:00Z (GMT) by Hilbert A. Brähler E.
Die Interpersonelle Psychotherapie (IPT), ursprünglich zur Behandlung unipolarer depressiver Störungen entwickelt, wurde für die Behandlung verschiedener psychischer Störungen adaptiert, darunter die Essstörungen Bulimia nervosa, die Binge-Eating-Störung und die Anorexia nervosa. Die vorliegende systematische und praxisorientierte Übersicht stellt den aktuellen Forschungsstand zur IPT bei Essstörungen hinsichtlich der Wirksamkeit und Prädiktoren zusammen. Mehrere randomisierte klinische Studien legen nahe, dass die IPT bei der Bulimia nervosa zwar weniger schnell wirkt als die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), langfristig aber ebenso moderate bis gute Effekte mit ähnlicher Wirkungsweise erzielt. Für die Binge-Eating-Störung weist die IPT dieselbe gute kurz- und langfristige Wirksamkeit wie die KVT auf. Zur Behandlung der Anorexia nervosa legen Initialbefunde im Vergleich zu einem nicht spezifischen supportiven klinischen Management eine mäßige Wirksamkeit der IPT nahe, wobei langfristig Verbesserungen eintreten. Weiterentwicklungen in Konzept, Diagnostik und Vorgehen sowie eine größere wirksamkeits- und prozessbezogene Datenbasis können dazu beitragen, die Effektivität weiter zu optimieren sowie Indikation und Wirkungsweise der IPT für verschiedene Essstörungen zu spezifizieren