Supplementary Material for: EMDR in der Behandlung von Zwangsstörungen: Eine Fallserie

2010-08-02T00:00:00Z (GMT) by Böhm K. Voderholzer U.
<i>Hintergrund:</i> Die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung ist die am besten untersuchte und derzeit wirksamste Therapie bei Zwängen. 15–40% der Patienten können jedoch nicht von diesem Verfahren profitieren. Sie berichten Motivationsprobleme, brechen die Behandlung vorzeitig ab oder zeigen anhaltende Probleme in der Emotionsregulation. Der zusätzliche Einsatz der Therapiemethode «Eye Movement Desensitization and Reprocessing» (EMDR) zur Reduktion dieser Schwierigkeiten wird vorgestellt und beschrieben. <i>Methode:</i> Es werden drei Kasuistiken vorgestellt, die mittels deskriptiver Analysen ausgewertet werden. Hierbei wird auf das inhaltliche Vorgehen sowie die Therapiemotivation und Emotionsregulation im Therapieverlauf eingegangen. Ein Patient mit Kontrollzwängen erhielt zunächst EMDR-Sitzungen und anschließend Expositionsübungen. Eine andere Patientin mit vorwiegend Zwangsgedanken wurde zuerst mit Expositionen und danach mit EMDR behandelt. Im dritten Fall wurden Expositionen und EMDR-Sitzungen abwechselnd durchgeführt. <i>Ergebnisse:</i> Die drei behandelten Patienten berichteten eine Reduktion der Zwänge um etwa 60%. EMDR wurde von allen drei Patienten als motivierend und hilfreich beschrieben. Die Arbeit an den Emotionen konnte durch EMDR angeregt und verstärkt werden. Eine deutliche Reduktion der Zwänge durch die Expositionen zeigte sich bei 2 Patienten, während diese im Zuge der EMDR-Sitzungen nur leicht abnahmen. <i>Diskussion:</i> EMDR könnte eine vielversprechende Augmentationsoption bei der Behandlung von Zwängen darstellen. Für eine bessere Beurteilung sind kontrollierte und randomisierte Studien erforderlich.