Supplementary Material for: Wie wirksam ist ein begleitendes Elterntraining in der Prävention von Angst und Depression bei Kindern?

2010-08-02T00:00:00Z (GMT) by Eimecke S. Pauschardt J. Mattejat F.
<i>Hintergrund:</i> Angst- und depressive Störungen gehören zu den häufigsten Störungen des Kindes-und Jugendalters und beeinträchtigen die kindliche Entwicklung erheblich. Zur Prävention von Angststörungen und depressiven Erkrankungen haben sich kognitiv-verhaltenstherapeutische Programme als wirksam erwiesen, wobei die Kinder in unterschiedlichem Ausmaß profitieren. Ein möglicher Einflussfaktor des Präventionserfolgs wird im elterlichen Verhalten gesehen. Elterntrainings sollen Eltern helfen, ihren Umgang mit Problemen des Kindes zu modifizieren. Ziel unserer Studie ist es, die Wirksamkeit eines begleitenden Elterntrainings in der indizierten Prävention von Angst- und depressiven Störungen bei 8-bis 12-jährigen Kindern zu prüfen. <i>Patienten und Methoden:</i> 70 Kinder wurden randomisiert den Gruppen «Präventionskurs» oder «Präventionskurs + Elterntraining» zugeteilt. Grundlage des Präventionskurses war eine modifizierte Version des FREUNDE-Programms. Hauptkriterien zur Überprüfung der Wirksamkeit waren die Child Behavior Checklist, die Spence Children’s Anxiety Scale und das Depressionsinventar für Kinder und Jugendliche. Die Auswertung der Daten erfolgte varianzanalytisch (MANOVA). <i>Ergebnisse:</i> Das Elterntraining hatte keinen signifikanten Effekt auf die Veränderung introversiver Symptome. Bei stärkerer psychopathologischer Belastung der Eltern zeigte sich eine deutlichere Symptomreduktion der Kinder – unabhängig von der Teilnahme am Elterntraining. Alle Eltern erlebten sich mit Abschluss des Präventionsprogramms kompetenter im Umgang mit ihrem Kind. <i>Diskussion:</i> Die Teilnahme am Elterntraining korrespondiert trotz positiver Bewertung durch die Eltern nicht mit einer höheren Symptomreduktion der Kinder im Posttest. Möglicherweise führt allein die Teilnahme des Kindes an der Präventionsmaßnahme zu höherem Kompetenzerleben bei allen Eltern. Die Überprüfung der langfristigen Wirksamkeit steht noch aus.