Supplementary Material for: Patientenerwartungen optimieren: Beschreibung einer präoperativen Kurzintervention am Beispiel von Patienten vor einer Bypass-Operation

Hintergrund: Patientenerwartungen gelten als wichtige Wirkmechanismen bei psychotherapeutischen und medizinischen Behandlungen und spielen für die Genesung eine große Rolle. Vor diesem Hintergrund wurde eine psychologische präoperative Kurzintervention zur Erwartungsoptimierung entwickelt, um den Genesungsprozess nach Herzoperationen positiv zu beeinflussen. Dieser Artikel beschreibt die psychologische Kurzintervention (EXPECT) und stellt Evaluationsergebnisse der Intervention aus Patientensicht dar. Patienten und Methoden: 124 herzchirurgische Patienten wurden randomisiert und einer von drei Interventionen zugeteilt: a) Erwartungsoptimierung, b) supportive Therapie oder c) ausschließlich medizinische Standardbehandlung. In der Erwartungsintervention, die 2 Sitzungen und 2 Telefonate vor der Operation umfasst, wurden systematisch verhaltens- und behandlungsbezogene Ergebniserwartungen optimiert. Die Patienten wurden mithilfe von Fragebögen zu ihrer Zufriedenheit mit der Intervention befragt. Mittelwerte wurden berechnet. Ergebnisse: Die Zufriedenheit der Patienten mit beiden psychologischen Interventionen war im Mittel hoch bis sehr hoch. In der Erwartungsinterventionsgruppe fühlten sich die Patienten noch besser informiert und erwarteten einen positiveren Heilungsverlauf als die Patienten, die eine supportive Therapie erhielten. Ein Großteil der Patienten erlebte die Interventionen als hilfreich und erwartete durch diese positivere Ergebnisse, was sich auch im längsschnittlichen Verlauf bestätigte. Somit können präoperative Interventionen bei herzchirurgischen Eingriffen das bestehende Behandlungsangebot sinnvoll erweitern. Schlussfolgerungen: Die Optimierung von verhaltens- und ergebnisbezogenen Patientenerwartungen vor der eigentlichen Intervention kann zu einer Verbesserung von Behandlungsergebnissen beitragen. Eine solche psychologische Intervention wird gut angenommen und ist im Rahmen eines herzchirurgischen Settings durchführbar. Die Förderung positiver Erwartungen und die Veränderung ungünstiger Ausgangserwartungen von <br> Patienten sollten sowohl bei psychotherapeutischen als auch bei herzchirurgischen Behandlungen stärker berücksichtigt werden.