Supplementary Material for: «Nicht von schlechten Eltern!» Effekte einer therapieintegrierten Familienintervention

<b><i>Hintergrund:</i></b> Eine psychische Erkrankung bringt viele Belastungen mit sich. Insbesondere die Kinder psychisch kranker Eltern erleben zu den Entwicklungsaufgaben zusätzliche Stressoren, wie vermehrte elterliche Konflikte bis hin zur Scheidung, ein krankheitsbedingtes inkonsequentes und dysfunktionales Erziehungsverhalten und eine meist weniger unterstützende Umgebung. Ziel dieser Arbeit ist es, zu überprüfen, ob durch die behaviorale Familienintervention «Triple P» die Erziehungskompetenzen gefördert werden können, sodass sich die psychische Symptomatik, aber auch das kindliche Problemverhalten und das dysfunktionale Erziehungsverhalten verbessern. <b><i>Methodik:</i></b> Die Stichprobe der Pilotstudie setzte sich aus einer Patientengruppe (n = 22) und einer gesunden Vergleichsgruppe (n = 20) zusammen. Eltern- sowie kindbezogene Variablen wurden vor und nach Abschluss der ambulanten Psychotherapie erhoben und mittels Varianzanalyse mit Messwiederholung analysiert. <b><i>Ergebnisse:</i></b> Das dysfunktionale und funktionale Erziehungsverhalten sowie die psychische Befindlichkeit der Eltern und die kindlichen Verhaltensauffälligkeiten aus Elternsicht verbesserten sich signifikant. <b><i>Schlussfolgerungen:</i></b> Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz der Berücksichtigung von Elternschaft und Erziehung in der ambulanten Einzelpsychotherapie, sodass dysfunktionales Erziehungsverhalten und damit auch kindliches und familiäres Problemverhalten verbessert werden können.