Supplementary Material for: Effekte kognitiver Verhaltenstherapie bei Panikstörung: Mehr Exposition bringt stabilere Therapieerfolge

2012-05-18T00:00:00Z (GMT) by Wambach K. Rief W.
<b><i>Hintergrund:</i></b> Eine beeindruckende Vielzahl an Therapiestudien belegt inzwischen die Effektivität kognitiver Verhaltenstherapie in der Behandlung von Panikstörungen. Die Behandlungsprogramme setzen sich meist aus psychoedukativen, kognitiven und behavioralen (Exposition) Therapieelementen zusammen. Der Anteil von Expositionsübungen innerhalb der untersuchten Programme variiert stark. Bisher ist unklar, welchen Nutzen Expositionsphasen in einer effizienten Behandlung bringen und wie zeitintensiv diese sein sollen. In dieser Untersuchung wird der Therapieerfolg eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gruppenprogramms überprüft, insbesondere, ob eine Erhöhung des Anteils an Expositionsübungen zusätzliche Therapieeffekte bringt. <b><i>Methode:</i></b> Verglichen wurden 2 Patientengruppen mit Panikstörungen. Beide Gruppen nahmen an einem stationären Gruppentherapieprogramm zur Angstbehandlung teil, das ein Expositionstraining beinhaltete. Für die 1. Behandlungsgruppe (n = 81) erfolgte ein Expositionstraining von einem Tag therapeutenbegleiteter Exposition, für die 2. Gruppe (n = 88) wurde die Expositionszeit verlängert und es erfolgten 2 Tage Exposition. Der Verlauf symptomspezifischer Variablen (Vermeidungsverhalten, ängstliche Bewertungen), depressiver Symptome und psychosozialer Beeinträchtigung wurde vor der Therapie, zu Therapiebeginn und -ende sowie in einer Katamnese (1 Jahr) erhoben. <b><i>Ergebnisse:</i></b> In beiden Gruppen zeigten sich signifikante Symptomreduktionen bei Abschluss der Therapie für die störungsspezifischen Selbsteinschätzungsverfahren (Zeiteffekt MANOVA mit Messwiederholung; p < 0,001). Beide Behandlungsgruppen sprachen in gleichem Ausmaß auf die Therapie an, in der Gruppe mit der verlängerten Exposition waren die erzielten Erfolge zum Katamnesezeitpunkt (1 Jahr) jedoch größer (signifikante Interaktionen Zeit × Behandlungsgruppe; p < 0,001). <b><i>Schlussfolgerung:</i></b> Die Ergebnisse unterstützen die bisherige Praxis der Kombination kognitiver und verhaltenstherapeutischer Interventionsstrategien, wobei sie die Wirksamkeit der verhaltensorientierten Therapieelemente unterstreichen. Sie sprechen dafür, dass sich der erhöhte Expositionsaufwand lohnt und sich der Therapieerfolg bei Panikstörung durch eine Verlängerung der Expositionszeit verbessern lässt.