Supplementary Material for: Chronische Bauchschmerzen: Psychosoziale Belastung und behandlungsinduzierte Veränderungen in der Krankheitsbewältigung

2013-05-21T00:00:00Z (GMT) by Groß M. Warschburger P.
<b><i>Hintergrund: </i></b>Chronische Bauchschmerzen (CBS) sind im Kindesalter nicht nur weit verbreitet, sondern auch sehr stabil. Insbesondere psychosoziale Funktionseinschränkungen wie ein erhöhtes Stresserleben belasten die Kinder und deren Eltern und erschweren das Krankheitsmanagement; weitere komorbide Störungen können sich entwickeln. Dies legt nahe, dass eine Behandlung frühzeitig einsetzen und zudem auch die psychosozialen Aspekte mit berücksichtigen muss. Vor diesem Hintergrund wurde das kognitiv-behaviorale, kindzentrierte Gruppenprogramm «Stopp den Schmerz mit Happy-Pingu» entwickelt und evaluiert. Wie ist die psychosoziale Situation der betroffenen Kinder? Ist das kognitiv-behaviorale Programm in der Lage, psychosoziale Einschränkungen zu verbessern? <b><i>Methodik: </i></b>Das Programm besteht aus 6 Sitzungen für die Kinder sowie 1 Elternabend; die Trainingssitzungen fanden 1-mal wöchentlich statt. Im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie wurde das Programm an 29 Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Die Evaluation erfolgte anhand eines Vergleiches zwischen Interventionsgruppe (IG) und Wartekontrollgruppe (WKG) zu den 3 Messzeitpunkten T1 (Prä), T2 (Post) und T3 (3-Monats-Follow-up). <b><i>Ergebnisse: </i></b>Bei den Kindern traten vor allem emotionale Probleme gehäuft auf. Die Akzeptanz des Programms war sehr hoch. Teilnehmer der IG erlebten im Vergleich zur WKG eine signifikante Verbesserung des Stresserlebens und der Coping-Strategien. Die Effektstärken sind überwiegend mittel bis hoch. <b><i>Schlussfolgerungen: </i></b>Multimodale kognitiv-behaviorale Ansätze scheinen geeignet, um Kinder mit CBS erfolgreich zu behandeln. Weitere kontrollierte Studien sollten unter anderem klären, welche Trainingselemente konkret für die Schmerzreduktion verantwortlich sind.