Supplementary Material for: Arbeitszeitrestriktion als Methode der Behandlung von Prokrastination

Prokrastination (pathologisches Aufschieben) ist eine klinisch bedeutsame Störung der Selbststeuerung, bei der die Betroffenen persönlich wichtige Arbeiten nicht oder nicht rechtzeitig und nur unter großem Druck erledigen. In üblichen Behandlungsansätzen werden vielfältige psychoedukative und kognitiv-behaviorale Methoden verwendet. Alternativ dazu stellen wir hier die Arbeitszeitrestriktion als Methode zur Behandlung von Prokrastination vor: Patienten dürfen <i>nur zu bestimmten Zeiten und nur für eine begrenzte Dauer</i> arbeiten. Erst nach einer Erhöhung ihrer Arbeitseffizienz, d.h. durch eine möglichst gute Ausnutzung der zuvor geplanten Arbeitszeiten, können sie sich zusätzliche Arbeitszeit verdienen. Die Verknappung der Arbeitszeit bewirkt einen Perspektivwechsel von «Ich <i>muss</i> (eigentlich dauernd) lernen» zu «Ich <i>darf</i> (nur jetzt) lernen». Die kurze Intervention im Umfang von nur 5 Sitzungen ist sowohl im Gruppensetting als auch im Einzelsetting durchführbar; wir beschreiben hier die Anwendung im Gruppenformat. Die Evaluation der Arbeitszeitbegrenzung im Gruppensetting erbrachte überzeugende Effektstärken in den Selbstbeurteilungsinstrumenten und im täglich in einem Online-Arbeitstagebuch protokollierten Lern- und Arbeitsverhalten.