Supplementary Material for: Abgelehnt, ausgeschlossen, ignoriert: Die Wahrnehmung sozialer Zurückweisung und psychische Störungen – eine Übersicht

2011-05-19T00:00:00Z (GMT) by Rosenbach C. Renneberg B.
Dieser Artikel gibt eine Übersicht über die Bedeutung von Zurückweisungsempfindlichkeit für subklinische Syndrome und psychische Störungen. Mit Zurückweisungsempfindlichkeit wird die Disposition bezeichnet, in sozialen Situationen davon auszugehen zurückgewiesen zu werden, potenzielle soziale Zurückweisungen vorschnell wahrzunehmen und extrem darauf zu reagieren. Aus 1075 Artikeln wurden 21 extrahiert, die Zurückweisungsempfindlichkeit mit dem Rejection Sensitivity Questionnaire (RSQ) an klinischen und nichtklinischen Stichproben untersuchen und Zusammenhänge zu psychopathologischen Symptomen und psychischen Störungen herstellen. Die Ergebnisse der Forschungsbefunde geben erste Hinweise auf eine störungsübergreifende Bedeutung der Zurückweisungsempfindlichkeit sowohl für die Ätiologie als auch für die Aufrechterhaltung psychischer Probleme. Borderline-Symptome, depressive Symptomatik, soziale Ängste und aggressive Verhaltensweisen gehen mit hohen Werten der Zurückweisungsempfindlichkeit einher, während die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und psychotische Symptome nicht mit Zurückweisungsempfindlichkeit korrelieren. Empfehlungen für Forschung und Praxis werden diskutiert.